Grönland: U.S.-Base Blue West One

Kosten der Freiheit

["Grünland"], eskimoisch Kalaallit Nunaat, die größte Insel der Arktis und zugleich die größte der Erde, dem amerikanischen Kontinentalblock zugehörig, autonomes dänisches Hoheitsgebiet; von Europa durch die Grönlandsee und die Dänemarkstraße, vom amerikanisch-arktischen Archipel durch Davisstraße, Baffinbai und Kennedykanal getrennt; 2 175 600 km2, 58 000 Einwohner; ein an den Rändern bis über 3000 m aufgewölbtes Massiv (Gunnbjörnfjeld 3700 m), im Innern von bis 3000 m mächtigem, 1 834 000 km2 großem Inlandeis bedeckt (5/6 der Fläche), das besonders nach Westen in mächtigen Gletschern über den 150-300 km breiten, eisfreien Küstensaum in die bis 240 km tief eingeschnittenen Fjorde abströmt und hier riesige Eisberge bildet. Im eisfreien Gebiet finden sich schüttere Vegetation (Moose, Flechten, Zwergsträucher, Polarweiden, Birken) und arktische Tierwelt (Rentiere, Füchse, Wölfe, Robben); Abbau von Zink-/Bleierzen bei Marmorilik (seit 1973); Eisenerzlager im Godthåbsfjord, Uranerze (im Süden). Der Küstenstreifen ist von Grönländern (Eskimo-
mischlinge) besiedelt; Hauptort Godthåb.
Was diese lexikalischen Angaben (Bertelsmann 2000) nicht erwähnen ist der Stationierungsvertrag, den die USA mit der Regierung in Kopenhagen abgeschlossen haben und der ihnen Stützpunktrechte auf grönländischem Territorium einräumt. Mit diesem Vertrag können sie mit ihren Stützpunkten machen, was sie wollen und können sie nach Ende des "Gebrauches" verlassen, wie sie wollen. So geschehen mit dem früheren Stützpunkt "Blue West One" in der Nähe der südgrönländischen Ortschaft Narssarssuaq. Blue West One diente der Sicherung der US-alliierten Verbindungen nach Europa im Laufe des 2. Weltkriegs. In der Zeit des Korea-Krieges wurden schwerstverletzte US-Soldaten, die offiziell (wie ihren Angehörigen mitgeteilt wurde) schon "gestorben" waren, in die Lazarette von Blue West One gebracht, wie Grönländer berichten. Nach dem Ende des Korea-Krieges wurde der Stützpunkt aufgegeben, die Reste liegen herum.

Manfred Schmaltz