Kids Voting bald auch in Neuss?

Wenn Politikern nichts mehr einfällt, stürzen sie sich in der Regel auf den Nachwuchs. Die angeblich unverbrauchten, noch nicht verbildeten Jugendlichen sollen als noch biegbares Stimmvieh zugerichtet werden. Wer zuerst kommt, hat die meisten Treffer, das dachte sich wohl der Neusser Stadtverordnete Arno Jansen (SPD), als er mit dem Vorschlag an die Öffentlichkeit trat, kurz vor den Bundestagswahlen eine allerdings nur symbolische Juniorwahl durchführen zu lassen. Pädagogisch verquast heißt es in der Meldung des Lokal-Anzeigers vom 21.2.02 : "Ziel dieses Projektes soll das Üben und realistische Erleben von Demokratie als Teil der politischen Bildung sein."
Arno Jansen orientiert sich bei seinem Vorschlag an den USA, in denen dort seit 10 Jahren an inzwischen 6.000 Schulen mit 5 Millionen Schülern beteiligt sein sollen.
Wie bei einer lediglich symbolischen Wahl "die Distanz zwischen Jugendlichen und Politik verringert (werden) kann und junge Menschen zu demokratischer Verantwortung ermutigt" werden können, bleibt das Geheimnis der Initiatoren um Arno Jansen, Jusos und SPD-Neuss. Aber vielleicht sind sie mit ihrer Symbolhandlung hinter das Geheimnis der ganzen Wählerei gekommen, wer weiß...?
Übrigens: Ein nennenswerter Anstieg der Wahlbeteiligung in den USA konnte allerdings nicht festgestellt werden. Warum auch? Lösen doch Wahlen bekanntlich keine Probleme, jedenfalls nicht beim Wahlvolk.
HPJ


www.neusser-monat.de (7.3.2002)