
Hartz IV
Wenn ab 2005 sich die
bisherigen Arbeitslosenhilfeempfänger mit dem Arbeitslosengeld II zufrieden
geben müssen, ist ein Kernpunkt der Hartzschen Reformen vollendet. Nach 12
Monaten Bezug des gegenüber dem bisherigen Lohn stark reduzierten
Arbeitslosengeldes I rutscht der Arbeitslose auf das staatlich definierte
Existenzminimum herab.
Zusammen mit den
arbeitsfähigen bisherigen Sozialhilfeempfängern wird ein riesiges Heer von zum
Teil hochqualifizierten Arbeitslosen geschaffen, das zu jeder Bedingung und zu
jedem Lohn jede Arbeit annehmen muss.
Der Einsatz dieser riesigen
„industriellen Reservearmee“ (Marx) soll die Bedingungen für das bundesdeutsche
Kapital im internationalen Wettbewerb verbessern.
Über Sinn und Zweck der
Reformen gibt es unter den maßgeblichen Interessen dieser Gesellschaft, dem Kapital,
dem Staat und auch führenden Teilen der Arbeitnehmervertretung, keinen Dissens. Gestritten wird lediglich
über die Finanzierung des löblichen Vorhabens.
So klagt der Düsseldorfer
Sozial-Dezernent Burkhard Hintzsche über 20 bis 30 Millionen Euro, die die
Stadt demnächst zusätzlich für Unterkunftskosten sowohl der Arbeitslosen sowie
der Sozialhilfeempfänger aufbringen dürfe. (RP, 11.3.2004) Zwei Tage später
heißt es: „Die Stadt ist glücklich“. „Erfolgreich am Markt operierende
Unternehmen haben den Kämmerer im vergangenen Jahr um 60 Millionen Euro reicher
gemacht.“ Die Einnahmen über Gewerbesteuern seien unerwartet hoch gewesen. (RP,
13.3.2004)
Kommt nun die unerwartete
Finanzspritze dem Arbeitslosenheer in Düsseldorf zu Gute, wie es einige gut
meinende Lokalpolitiker fordern? Das ist nicht zu erwarten, denn die Verarmung
weiter Teile der Bevölkerung ist beabsichtigt weil funktional für die nationale
Reichtumsproduktion. Eine Verteilung der Überschüsse unter den Habenichtsen hätte
also eine kontraproduktive Wirkung.