Freerk Huisken demaskiert die politischen Strategien hinter dem scheinbar überfälligen
Konsens gegen die rechte Gewalt: Nicht deren Opfern, sondern den negativen Auswirkungen
auf den deutschen Standort gilt das Engagement der Demokraten.
Freerk Huisken ist Hochschullehrer an der Universität Bremen für Politische
Ökonomie des Ausbildungssektors. Im VSA-Verlag erschien von ihm u.a.: Jugendgewalt
(1997), Erziehung im Kapitalismus (1998), Deutsche Lehren aus Rostock und Mölln
(Neuauflage 2001).
Rechtsradikale Aufmärsche, Überfalle auf Asylantenheime, antisemitische
Brandsätze und Jagd auf Ausländer gehören seit Jahren zum deutschen
Alltag. Doch seit einigen Monaten beginnt die Nation bei den Anschlägen
plötzlich laut mitzuzählen. Und selbst Politiker, die ihren Wahlsieg
dem Slogan »Das Boot ist voll!« verdanken, erklären den Rechtsradikalismus
für nicht länger hinnehmbar.
Freerk Huisken hat provokative Erklärungen für diesen »Sinneswandel«
der Nation: Als das wahre Opfer rechter Schläger gilt nicht der wehrlose
Ausländer, sondern der Staat selbst. Nicht die Objekte der Gewalt, sondern
die Wirkung auf den deutschen Standort wird beklagt. Zur Bekämpfung der
neuen Faschisten fällt den Demokraten einiges ein: Gewalt der Staatsorgane,
Berufsverbote, Ächtung, Bespitzelung und ein Verbot verkehrter Parteien.
Zusätzlich wird das wirklich gesunde Volksempfinden mobilisiert: Auf Kommando
sollen Bürger Zivilcourage zeigen und die rechtsradikalen »Volksfeinde«
aus dem nationalen Kollektiv ausschließen.
Die professionellen Jugendforscher müssen also zügig umlernen: Plötzlich
soll es sich bei den Glatzen nicht mehr um »orientierungslose« Opfer
von »Individualisierungsprozessen« und »sozialen Schieflagen«
handeln, sondern um »politische Überzeugungstäter«. Integration
ist out, Desintegration, Ächtung und Einsperren rechter Jugendlicher ist
in.
Freerk Huisken Brandstifter als Feuerwehr:
Die Rechtsextremismus-Kampagne
Nichts als Nationalismus 2
176 Seiten; DM 19,80; Euro 10,20;
ISBN 3-87975-805-0
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