Grüne verlautbaren:

Interessenorientierte Manipulation

Der Versand des Bürgerinfos zur Abfallwirtschaft an Haushalte im Kreisgebiet zielt nach Auffassung der Kreistagsfraktion der Grünen nicht, wie von der Verwaltung behauptet, darauf ab, die Bürgerinnen demokratisch bei der Regelung ihrer zukünftigen Abfallprobleme zu beteiligen.
"Während zwischen den Spitzen der Altparteien, der Kreisverwaltung und der Kommunen offenbar bereits Einigkeit über ein auf Müllverbrennung im großen Stil ausgerichtetes Abfallkonzept besteht, während ohnehin schon Standortplanungen für eine Müllverbrennungsanlage im Kreisgebiet laufen, suggeriert die Verwaltung den Bürgerinnen mit einer Broschüre und einem Fragenkatalog Beteiligung, wo selbst die politischen Gremien bereits so gut wie außen vor bleiben", so Kurt Christian von der Kreistagsfraktion der Grünen. "In der uns vorliegenden Konzeption für diese Bürgerbeteiligung wird ihr Ziel u.a. damit beschrieben, daß emotionale Widerstände gegen großtechnische Entsorgungseinrichtungen (z.B. einen Müllverbrennungsanlage) abgebaut werden sollen". Nach Darstellung der Grünen geht die Verwaltung dabei so weit, mangelndes Detailwissen der Bürgerinnen in Bezug auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Abfallwirtschaft durch gezielte Desinformation auszunutzen. Kurt Christian: "Die in der Broschüre auf Seite 1 unter Punkt 5 aufgestellte Behauptung, der Kreis sei gesetzlich zur Abfallverbrennung verpflichtet, ist wahrheitswidrig und bewußt so formuliert, um den Bürgerinnen eigenständiges, kritisches Denken abzunehmen und zu suggerieren, dieser Entsorgungsweg sei ohnehin unausweichlich".
Die Kreistagsfraktion der Grünen will prüfen, ob neben dieser bewußten Manipulation der öffentlichen Meinungsbildung eine derart wahrheitswidrige Darstellung gesetzlicher Grundlagen durch die Verantwortlichen in der Kreisverwaltung rechtlich überhaupt zulässig ist. "Auf jeden Fall bieten wir den Bürgerinnen unsere Unterstützung im Umgang mit den Papieren der Kreisverwaltung an und stehen für Fragen zu abfallwirtschaftlichen Alternativen zur Müllverbrennung jedem zur Verfügung", betont Kurt Christian von der Kreistagsfraktion der Grünen.