Nein zu Gewalt und Rassismus


Dormagen Seit 1991 gibt es in Dormagen den "Runden Tisch gegen Ausländerfeindlichkeit", der am 14. September eine Resolution "Für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt" verabschiedet hat. Hier in Dormagen scheint das verwirklicht zu sein, was zum Beispiel die Vereinigung der Verfolgten des Naziregime / Bund der Antifaschisten zum aktuellen Programm erhoben hat: ein breites Bündnis gegen Rechts.
Das Dormagener Bündnis zielt auf eine "offene zivile und soziale Gesellschaft" (alle Zitate aus dem Aufruf ), in der Auseinandersetzungen offen geführt, mit zivilen und friedlichen Mitteln gelöst werden sollen. Diskriminierungen, Ungleichbehandlungen (!) und Vorurteile gegen Minderheiten ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Obdachlosigkeit oder des sozialen Standes sollen "gemeinsam bewältigt" werden.
Die Mitglieder des "Runden Tisches" sind nicht bereit, so der Resolutionstext, "undemokratisches, intolerantes Verhalten hinzunehmen, zu dulden oder gar zu entschuldigen."
So kam es denn zum Beginn der "Woche des ausländischen (!) Mitbürgers" am Samstag, den 23.9., zu einer gemeinsamen Aktion der Parteien von CDU, FDP, SPD und Grünen vor dem Laden des stadtbekannten Rechtsradikalen Brausen. Die WZ ließ es bei der Ankündigung der Aktion nur bei der Nennung der Hausnummer 114.
Solche von den Parteien getragenen Aktionen gegen den lokalen Schreihals, der in der Zeit seiner Ratsmitgliedschaft oftmals nur mit Polizeigewalt aus der Sitzung entfernt werden konnte, sind heutzutage wohlfeil zu haben. Offen europa- und ausländerfeindliche Parolen wie auch das Glatzentum und Organisationen wie die NPD gelten mittlerweile als standortschädigende Nestbeschmutzung.
Es müsste doch verdächtig sein, dass man sich über grundbürgerliches Verhalten wie Respektierung des Anderen oder die Verurteilung von Diskriminierung verständigen muss.
Wenn in so einem Bündnis lediglich die Lebenswertigkeit von Dormagen beschworen wird, jedoch der alltäglich Rassismus, auch der staatlich organisierte (u.a. Asylgesetzgebung / herrschende Abschiebepraxis / Flughafenregelung à la Frankfurt) außen vor bleibt, um das Bündnis nicht zu gefährden, nutzt es doch den am schwersten betroffenen keinen Deut. Hilfe bräuchte z.B. Jean-Baptiste Kankonda-Kabenasamba aus Neuss, der bislang ohne Erfolg gegen seine beschlossene Abschiebung kämpft.
Auch die jährlich zum Abschluss der "Woche der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger" organisierte "nationale Gerichte-Palette" bewirkt das Gegenteil von dem, was man sich erhofft: Integration. Denn dadurch, dass die Vertreter der in Dormagen ansässigen nationalen Gemeinschaften Jahr für Jahr - und das geschieht wahrlich nicht nur in Dormagen - ein Gericht ihrer Heimat offerieren sollen, werden sie immer wieder auf ihre Nationalität als etwas Unterschiedliches zum Deutschtum zurückverwiesen. So wusste die NGZ zu berichten: "Rund zehn Nationen waren mit typischen Nationalgerichten vertreten." (3.10.00)
Frage: Was haben denn die Blutsgermanen als ihr Nationalgericht vorgeführt? Antwort: Krautsalat!
Guter Wille allein bringt nicht immer die erhofften Ergebnisse.

HPJ