Patrick Süskind hat ein feines Theaterstück geschrieben, das Wilhelm
Manske in kongenialer Form auf die Bühne gebracht hat: Der Kontrabaß.
Im Kulturkeller, wo Manske das Stück unlängst aufführte, saß
auch ein begnadeter Thaterkritiker der Neuß-Grevenbroicher Zeitung. Er
lieferte eine Besprechung ab, die Christian Rulfs zu einem Leserbrief animierte,
den die NGZ allerdings nicht abdrucken mochte. Deswegen stellt sich der Neusser
Monat wieder einmal in den Dienst der Pressefreiheit.
Die Redaktion
Bubenstück meisterhafter Kritik
Leserbrief zu "Eher ein Statist im eigenen Leben", NGZ vom 14.09.91
Es ist symtomatisch für mißlungene Theaterkritiken, wenn die
Inhaltsangabe eines Stückes die Besprechung der zur Debatte stehenden Inszenierung
ersetzt. Die NGZ-Rezension von Patrik Suskinds Einpersonenstück "der
Kontrabaß" übertrifft diese allgemeinübliche Unsitte und
setzt noch einen drauf: Über zwei Spalten wird ein Stück beschrieben,
ohne den Darsteller Willi Manske auch nur der namentlichen Erwähnung zu
würdigen - ein Bubenstück meisterhafter Theaterkritik!
Man hat sich offensichtlich etwas dabei gedacht, diesen einmaligen Beitrag ohne
Namensnennung zu kredenzen.
Christian Rulfs