Noch in für ihn besseren Tagen hatte der damalige Kölner Oberstadtdirektor
Heugel, inzwischen abewrackter SPD-Oberbürgermeisterkandidat einmal eine
prima Idee: Einrichtung der "Jobbörse 'Junges Köln'" als
- so Heugel - "Lückenschließer für Leute, die Ansprüchen
des traditionellen Beratungssystems nicht genügen."
Die Jobbörse soll als Chance gegen die "Gewöhnung an die Schnelle
Mark" vom Sozialamt als "Einstieg in eine professionelle (!) Bittstellerkarriere"
verstanden werden. Das soll z.B. mit einem halbjährigen Praktikum von 30
Wochenstunden für 850 Mark netto im Monat für Jugendliche funktionieren.
Mitkonkurrent Blum von der CDU war hell begeistert von der Idee und schwärmte
von einer "neuen Kultur der Beratung".
Wer jetzt nicht kopfsteht und zugreift - so will die örtliche PDS dieses
Programm madig machen - dem droht der Entzug der Sozialhilfe.
Da stellt aber Walter Riester ein für allemal klar: "Sozialhilfe ist
Hilfe zur Selbsthilfe qua Arbeit (Der Arbeitsdienst lässt grüßen);
es gibt keine freie Wahl, sondern jeder muss seine Arbeitskraft verkaufen."
Das musste doch mal gesagt werden.
Nach: Politische Berichte 16/99
HPJ