Verbindung in Neuss

Der Nachwuchs meldet sich zu Wort

Man traute seinen Augen nicht, als man am 18.8. im Jahr des Herrn die örtliche Presse aufschlug. Acht Jungmänner, davon vier in fast "vollem Wichs", schauten belämmert, aber siegessicher in die Kamera des Lokalreporters.
Fröhliche Kunde wurde gegeben von der Gründung der farbentragenden "Katholischen (darunter tun wir's nicht) Schülerverbindung (KSV) Novesia", eine ausgemachte Jungmännergilde - Mädels oder gar Frauen bleiben außen vor.
Man sei keine schlagende Verbindung, versicherte einer der Jungrecken. Wohl nicht scharf auf zerschnittene Fressen, was? Vielleicht ändern die Bürschchen ja noch ihr Programm, wenn's der Karriere dienlich ist.
Die neue Verbindung will bewusst anknüpfen an die Tradition der Burschenschaften, die sich schon in ihrer Gründerphase durch ausgemachten Antisemitismus und Deutschnationalismus auszeichneten (E.M. Arndt, Fichte, "Turnvater" Jahn, um nur einige Namen zu nennen). Noch kommen unsere Neu-Gründer mit so harmlosen Zielen daher, wie Pflege von "Prinzipien im Bereich der Religion, Wissenschaft und Freundschaft", was immer damit gemeint ist. Doch sie drohen auch mit ziemlich durchgeknallter Garderobe, wie einer "orangenen Kneipjacke, einem osmanischen Reiterkleid nachempfunden", und Initiationsriten, die man möglichst weiträumig umfahren sollte.
Schaut man in die momentane Mitgliederliste, tauchen so illustre Namen auf wie Werhahn, Grosse-Brockhoff u.a., Vater Grosse-Brockhoff, ehemaliger Stadtdirektor von Neuss und Mensch von Kultur(dezernent in Düsseldorf), gehörte einst zu den "jungen Wilden" in der örtlichen CDU. Hat er seinen Filius nicht mehr unter Kontrolle, Mann...

HPJ