Hey ho let's go

Laßt es swingen

Hallo zusammen, dieses Mal gibt es als Platte des Monats einen Swing-Sampler aus D'dorf, einen Klonversuch im Zeichen der Musik, Liveberichte von Kungfu, Bananafishbones und A Drastic Measure. Vom heimischen Musikmarkt gibt es zu berichten, daß Roar eine CD rausgebracht haben. Unter www.roar.de kann man im Internet näheres erfahren. Außerdem haben Sonic MF zum Jahreswechsel eine CD in Arbeit, und nach einigen Verzögerungen gibt es auch Ende des Monats E. Hüsgens neue Platte "Cosmic Tale". Desweiteren ist der dritte "Neuss Live Rocksampler" draußen. Auf dem befinden sich die Wilde Jagd, glue, Muddy Ground, Roar und Rx Only mit jeweils zwei Liedern. Also, es tut sich etwas in Novesia City, und für den nächsten Monat gucke ich dann mal, daß ich mich mit den Leuten vom Rockbüro in Verbindung setze: Mal sehen, was es alles von dort zu berichten gibt. Los geht es mit der Platte des Monats.
Swing on the Wild Side - Frankie Boy Records
Mit Frankie Boy Records hat Sascha Wolff von Wolverine Records jetzt ein Swing-Label am Start, und auf "Swing on the Wild Side" gibt es einen Überblick darüber, was neben den schon in unseren Breiten bekannten Brian Setzer Orchestra sonst noch so in der Swingszene tut. Alleine die Namen der vertretenden Bands sind schon prima. Da gibt es dann so wohlklingende wie The Swingvergnügen, The Dino Martinis, Lee Press-On + the Nails, The Ray Gelato Giants, Dem Brooklyn Bums, Flying Neutinos und Hipster Daddy-O und und ... . Die Songauswahl ist auch vom feinsten; alleine die Version der Dino Martinis von Motörheads "Ace of Spades" ist schon den Kauf wert. Also zum Plattenladen eures Vertrauens und reinhören.
Neuss Now "Bandwatch" - Haus der Jugend / Painter Green - Geschwister Scholl Haus 8.10.99
Tja, da hatte der werte Schreiberling ein Problem: ein Konzert und ein Festival an einem Abend, und zu beiden wollte ich etwas berichten. Zu Painter Green wollte ich hin, um zu gucken, wie sie sich entwickelt haben, und zu "Neuss Now" wollte ich auch, da der zweite Tag des Festival insofern für mich flachfiel, da ich Samstag abend arbeiten musste. Also ging ich in mein geheimes Labor und klonte mich für diesen Abend (OK, ich habe einen guten Freund gebeten, für mich Notizen zu machen und mir dann Bericht zu erstatten. Aber nicht weitersagen). Zuerst fangen wir mit dem "Neuss Now Festival" an, welches No Mids mit einem groovenden Kreuzüber-Stil der Seattleschule eröffneten. Abgesehen von den peinlichen Ansagen kann man zu No Mids nur sagen: Weiter so. Danach gab es dann Little Green Clean Machine, die zwar den einen oder anderen guten Ansatz zeigten, insbesondere während der Refrains, aber ansonsten war ihr geradliniger Rock doch ein bißchen zu "altfränkisch", und im Zusammenspiel haperte es auch etwas. Als Entschädigung enterten danach Pin City die Bühne und legten einen routiniert groovenden, mit häufigen Tempiwechseln versehenden Auftritt hin, und abfahren war angesagt. Zum guten Schluss traten dann noch die 7P's auf, die auch gute Ansätze zeigten, aber im großen und ganzen etwas lahm rüberkamen. Tja, am Samstag traten dann Came, Muddy Ground und Dionysos auf. Letztere hatten dann auch das Festival gewonnen und durften im Rahmen der "Neusser Spaßwoche" auf der gleichen Bühne spielen, auf der vor ihnen schon Cindy und Bert aufgetreten waren. Das ist ja auch schon was. Ach ja, da gab es ja noch ein Konzert an diesem Abend in Novesia City und zwar Painter Green im Geschwister Scholl Haus. Als Spezialgast zur Eröffnung des Konzertabends trat eine Singer/Songwriterin auf, deren Name ich mir leider nicht notiert und auch nicht gemerkt habe. Das heißt aber nicht, daß die junge Dame schlecht war, im Gegenteil, sie war sogar sehr gut. Und ich werde mich darum bemühen, ihren Namen bis zum nächsten Monat rauszukriegen. Nach kurzem Umbau hieß es dann: Bühne frei für Painter Green. Nach den ersten Liedern fiel auf, daß Sänger und Gitarrist Edwin seinen Gesangsstil von leidend anprangernd in "Angry Young Man" geändert hat und für einen Ami sehr britisch Klang. Irgendwie hatte sich der gesamte Bandsound, der früher mehr in Richtung Seattle tendierte, in Richtung Irland/England verändert. Das lag zum einen an Matty an der Viola und am Gesang von Elli, welche für die musikalischen Einflüsse von den Inseln sorgten. Für den Rhythmus waren Ralph und Sebastian an den Percussions verantwortlich und zusammen mit Hanno von Sonic MF am Bass sorgten sie für einen ordentlichen groove. Painter Green schafften es an diesem Abend, einen Spannungsbogen über das gesamte Konzert hin aufrecht zu erhalten und einen sehr intensiven Auftritt hinzulegen. Da war es dann auch nicht verwunderlich, daß sie erst nach begeistert geforderten Zugaben die Bühne verlassen durften. Danach traf ich mich mit meinem Klone im Flic Flac, wo an diesem Abend die Jungens von der Plattenküche auflegten. Gemeinsam konnten wir diese Nacht dann locker ausklingen lassen und hatten auch noch jede Menge Spaß.
So und jetzt gibt es noch eine Zusammenfassung der letzten drei Konzerte, die der werte Schreiberling im Further Hof gesehen hat. Da wär' zum einen Kungfu (13.10.99), die neue Band von dem ex-Selig Gitarristen Christian Neander. Die vier von Kungfu konnten bei diesem Konzert mit ihrem an Hendrix orientierten Groove-Rock voll und ganz überzeugen, und erst beim zweiten Lied habe ich festgestellt, daß die Jungens in Deutsch sangen. Auch wenn man dadurch Parallelen zu Selig ziehen könnte, machen die Vier doch ein ziemlich eigenes Ding und hinterließen ein zufriedenes Publikum. Als nächstes ging es dann zu den Bananafishbones (20.10.99), und auch dort gab es Rock aus heimischen Landen (obwohl die drei aus Bayern kommen). Die drei spielten eine Art Country-Rock, der auch ziemlich gut ankam, insbesondere Gitarrist Peter konnte überzeugen, da er das ganze Konzert mit einer Akustikgitarre absolvierte und mit Hilfe diverser Effektgeräte die jeckesten Sounds der Klampfe entlockte. Natürlich spielten die drei auch ihren Hit "Come to Sin", der aber im Vergleich zum restlichen Programm ziemlich abfiel. Tja, und nun kommen wir zu A Drastic Measure (10.11.99), die für mich persönlich eines der besten Konzerte ablieferten, die ich je im Further Hof gesehen habe. Nur schade, daß sich für dieses Ereignis nur fünf (!) zahlende Gäste erwärmen konnten. Mit Presse, Personal und Bandanhang kam man dann auf ca. 20 Zuschauer. Aber den fünf von A Drastic Measure war dieses so ziemlich egal, und so legten sie los, als ob der Saal voll gewesen wäre. Mit ihrem intensiven Auftritt und einer Spielfreude, wie man sie selten erlebt, sorgten sie für einen Konzertgenuss der Extraklasse, aber leider mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Tja, Neuss hat was, nämlich keine Ahnung, wenn ein absolutes Highlight in der Stadt ist. Also, wenn das nächste Mal A Drastic Measure in der Nähe spielen, hingehen: ihr verpasst sonst etwas.
So, das war es dann für diesen Monat, bis demnächst.

T.H.H.