Müllgrube

Neusser Hauptpost hat schon wieder Service vergrößert seit kurzem sind ersatzlos die bundesweiten Telefonbücher weggeräumt worden, die den Postkunden zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung standen. An der leeren Stelle wurden wenige Tage später Vitrinen aufgestellt, die das posteigene Angebot im Postshop zur Schau stellen, ergänzt durch einen Stapel gelber Pack-Sets. Auch tauchte kurz darauf ein Schreibtisch auf. Darf der Kunde jetzt von diesem Schreibtisch aus, die Auskunft (Postreklame: "Eine für alle: Unsere Auskunft 11833") anrufen, um sich richtig abzocken zu lassen?
"Mitarbeiter sind das Kapital" Kanzler lobt McDonald's" berichtet die Frankfurter Rundschau am 22.10.99. So geschehen bei der Eröffnung der 1000sten Braterei in Berlin. Ein "Mitarbeiter" kann von dem Job allein wohl kaum leben, was macht's, sucht er sich eben noch einen zweiten oder dritten, oder legt mal einen Fastentag ein...
"Kiep-Spende nur die Spitze des Eisbergs?" gruselt sich die Rheinische Post am 15.11.99. Die Geschichte der Korruption in der CDU (aber nicht nur dort, warum ist die SPD so zögerlich bei der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses?) beginnt/endet ja wohl nicht mit Kiep. Wollen irgendwelche Partei-GeneralsekretäreInnen dem schlichten Bürger schließlich einreden, diese "Spenden" von Waffendealern, Schiebern, Spekulanten etc. erfolgen ohne jede Hintergedanken und Absicht? Von der Industrie ist schon einmal mit einer "Adolf-Hitler-Spende" die gewünschte Politik "herbeigespendet" worden. Ist schließlich der Weg an die Weltspitze für die deutsche Rüstungsindustrie nicht mit vielen Millionen oder sogar Milliarden "Schmiergeldern" gesalbt worden?
"Solidarität gehört dem Konzern" haut die Rheinische Post am 17.11.99 auf die nationale Pauke. Und weiter: "Besorgt blickt Düsseldorf auf Mannesmann: Feindliche Übernahme bedroht auch die Stadt". Dabei sind die britischen Truppen doch schon vor geraumer Zeit abgezogen und haben eine Menge Immobilien für die Stadt freigemacht. "Zur Untätigkeit verurteilt beobachten sie (Politiker und Verwaltung, R.S.) angespannt und voll Sorge die Entwicklung." Welchen Sinn macht das nationale Geschwafel, wenn die Eigentümer, also die Aktienbesitzer von Mannesmann, nach der Übernahme der britischen Firma Orange durch Mannesmann zu rund 70 Prozent im Ausland sitzen? Das hat in etwa den gleichen Grad von Logik wie die Kundgebungen, die der Deutsche Gewerkschaftsbund seinerzeit für die Atomindustrie veranstaltet hat oder wie ein Korrespondent des WDR anmerkte, in England würde kein Angestellter für einen Manager auf die Straße gehen, der einhundert oder zweihundertmal soviel verdient wie er selber, das ist wohl dem Gefolgschaftsgefühl geschuldet.
Rex Gildo besaß nicht das richtige Parteibuch denn andere ältere Herren in seiner Lage, die für die CDU/CSU schon mal gerne den Clown oder den "Neger" machen, wie Dieter "Thomas" Heck oder Roberto Blanco, sind im öffentlich-rechtlichen, parteiproporzgesteuerten Fernsehen einfach unkaputtbar. Aber man muß ja gar nicht bis nach Mainz oder Berlin schauen, denn selbst in Neuss ist dem Vernehmen nach beispielsweise die Karriere eines Schuldirektors ohne das richtige Parteibuch unvorstellbar.
ZDF statt Fenstersprung, Hossa!

Rajiv Singh (MEW)